Publius Quinctilius Varus wurde im Jahre 7 n. Chr. nach einer Laufbahn, die ihn fast durch das gesamte Römische Reich geführt hatte, mit der Verwaltung Germaniens betraut. Allerdings scheint damals die Einschätzung der Lage von Rom aus nicht mit der Realität vor Ort in Germanien übereingestimmt zu haben. Während man in Rom Germanien als vollständig unterworfen ansah, beschränkte sich der römische Einfluss tatsächlich nur auf die gerade eroberten Gebiete. Weite Teile des Landes dagegen besaßen noch ihre Freiheit.
Varus hatte im Jahre 9 n. Chr., wie in den vorhergehenden Jahren in Germanien, die Vorbereitung für die Überführung des Landes in eine römische Provinz vorangetrieben. Seine Aufgaben waren das Schlichten innergermanischer Streitereien, der Ausbau der Infrastruktur und die Einführung des römischen Rechts- und Tributsystems. In seiner Begleitung befand sich unter anderen germanischen Adeligen auch der Cheruskerfürst Arminius. Wie üblich, war Varus im Spätsommer mit seinem gesamten Heer und Gefolge auf dem Rückweg in die Winterquartiere an Lippe und Rhein. Im Gebiet der Cherusker erreichte ihn die Nachricht über einen Aufstand in einer Gegend, durch die sein Weg eigentlich nicht geführt hätte.
Die Germanen lockten ihn in ein unwegsames Gebiet, das in den Schriftquellen als „saltus teutoburgiensis“ bezeichnet wird und das den Römern bis dahin offenbar nicht bekannt war. Auf dem Weg zu dem vermeintlichen Aufstand wurden die römischen Truppen von heimlich zusammengezogenen Kriegern der Cherusker, Brukterer, Marser und Chatten unter Führung des Arminius - vielleicht indem sie ein Kultfest ausnutzten – angegriffen. Im Verlauf einer sich über mehrere Tage hinziehenden Schlacht verschanzten sich die Römer in der ersten Nacht noch in einem schnell gebauten Lager, in der zweiten Nacht gelang dies nur noch ansatzweise. Zum Ende war das römische Heer fast vollständig aufgerieben, nur wenigen Soldaten gelang die Flucht. Varus selbst stürzte sich angesichts der ausweglosen Situation in sein Schwert.
Eines der letzten ungelösten archäologischen Probleme, das die Menschen seit vielen Generationen beschäftigt, ist die Örtlichkeit der Varusschlacht. Nachdem bisher mehr als 700 meist unbewiesene Theorien zur Örtlichkeit aufgestellt worden sind, gewinnt in jüngster Zeit der Ort Kalkriese bei Bramsche an Wahrscheinlichkeit, wenngleich mit der Datierung dieses Ortes noch nicht alle Probleme gelöst sind.
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